Madeira ist klein genug für abwechslungsreiche Tagesausflüge und groß genug, um jeden Tag anders zu wirken. Wer sich fragt: „Welche Orte sollte man auf Madeira gesehen haben?“, findet die Antwort nicht nur in bekannten Aussichtspunkten, sondern auch in Altstadtgassen, Bergpfaden, Fischerdörfern und natürlichen Meeresschwimmbecken. Die Insel belohnt Reisende, die Küste und Hochland miteinander verbinden.
Welche Orte sollte man auf Madeira gesehen haben? Ein Überblick
Aus redaktioneller Sicht gehören einige Stationen fast zu jeder ersten Madeira-Reise. Sie zeigen, warum die portugiesische Insel so beliebt ist: dramatische Klippen, üppige Gärten, vulkanische Landschaften und Orte mit viel Alltag statt reiner Postkartenkulisse.
Funchal: Altstadt, Markt und Meerblick
Funchal ist die Hauptstadt und meist der beste Einstieg. In der Altstadt stehen bemalte Türen, kleine Restaurants und historische Gebäude dicht beieinander. Der Mercado dos Lavradores ist bekannt für Obst, Blumen und Fischstände, auch wenn die touristische Atmosphäre dort spürbar ist.
Schön ist ein Spaziergang entlang der Uferpromenade, besonders am späten Nachmittag. Von vielen Punkten blickt man auf den Hafen und die steilen Hänge hinter der Stadt. Funchal eignet sich außerdem gut, um Museen, Parks und die madeirische Küche kennenzulernen.
Monte: Gärten über der Stadt
Oberhalb von Funchal liegt Monte, gut erreichbar mit der Seilbahn oder über die Straße. Der Ort ist für seine gepflegten Gärten, die Kirche Nossa Senhora do Monte und die berühmten Korbschlitten bekannt. Besonders eindrucksvoll sind die Ausblicke auf Funchal und den Atlantik.
Wer Pflanzen mag, sollte hier mehr Zeit einplanen. Madeira trägt nicht zufällig den Beinamen Blumeninsel, und in Monte wird das sehr sichtbar.
Naturwunder an Küste und Bergen
Madeiras Landschaft ist das stärkste Argument für eine Reise. Viele Orte sind keine klassischen Städte, sondern Aussichtspunkte, Kaps, Gipfel oder Küstenabschnitte. Genau dort zeigt die Insel ihre ganze Wirkung.
Cabo Girão: Blick von der hohen Klippe
Cabo Girão gehört zu den bekanntesten Aussichtspunkten Madeiras. Die steile Klippe fällt dramatisch zum Meer ab, und die gläserne Plattform macht den Blick zusätzlich intensiv. Auch wer nicht schwindelfrei ist, kann die Landschaft rundherum genießen.
Der Halt lässt sich gut mit Câmara de Lobos oder der Südküste verbinden. Früh am Morgen oder gegen Abend wirkt der Ort oft ruhiger und stimmungsvoller.
Pico do Arieiro: Hochgebirge über den Wolken
Der Pico do Arieiro ist einer der höchsten erreichbaren Punkte der Insel und ein Höhepunkt für Bergfans. Die Straße führt weit hinauf, sodass auch Reisende ohne lange Wanderung grandiose Aussichten erleben können. Bei passendem Wetter liegen Wolken unter den Gipfeln, während schroffe Felsen im Licht leuchten.
Die bekannte Route Richtung Pico Ruivo ist anspruchsvoller und sollte nur mit guter Vorbereitung begangen werden. Schon ein kurzer Aufenthalt am Aussichtspunkt vermittelt jedoch, wie wild Madeiras Inneres ist.
Ponta de São Lourenço: karge Schönheit im Osten
Ganz anders wirkt die Ponta de São Lourenço im Osten. Statt dichter Wälder prägen hier trockene Hügel, Wind, Felsen und das offene Meer die Landschaft. Die Farben wechseln zwischen Ocker, Rotbraun, Blau und Grün.
Der Wanderweg über die Halbinsel ist beliebt, weil er sich deutlich vom Rest der Insel unterscheidet. Sonnenschutz und Wasser sind wichtig, denn Schatten gibt es dort nur wenig.
Dörfer, Strände und besondere Stimmungen
Neben den großen Naturkulissen lohnt der Blick auf kleinere Orte. Sie zeigen Madeira ruhiger, traditioneller und oft besonders fotogen.
Câmara de Lobos: Fischerort mit Charakter
Câmara de Lobos liegt westlich von Funchal und ist für seinen kleinen Hafen bekannt. Bunte Boote, enge Gassen und die Kulisse der Felsen machen den Ort sehr atmosphärisch. Trotz seiner Bekanntheit hat er sich an vielen Stellen einen alltäglichen Charakter bewahrt.
Hier lässt sich gut nachvollziehen, wie eng Madeira mit dem Meer verbunden ist. Ein kurzer Besuch reicht, doch ein längerer Aufenthalt bei Sonnenuntergang ist reizvoll.
Santana: traditionelle Häuser im Norden
Santana ist berühmt für die dreieckigen, strohgedeckten Häuser. Einige sind heute touristisch hergerichtet, dennoch vermitteln sie einen Eindruck traditioneller Bauweise. Der Norden der Insel ist grüner, feuchter und oft rauer als die Südküste.
Santana eignet sich gut als Station auf einer Rundfahrt durch den Norden. In der Umgebung liegen weitere Aussichtspunkte, Täler und Wanderwege.
Porto Moniz: Natürliche Becken am Atlantik
Porto Moniz im Nordwesten ist vor allem für seine natürlichen Meeresschwimmbecken bekannt. Lavagestein formt dort Becken, in denen Meerwasser steht. Bei ruhiger See ist der Ort besonders angenehm, bei starkem Wellengang beeindruckend anzusehen.
Die Fahrt dorthin führt durch spektakuläre Küstenlandschaften. Dadurch ist Porto Moniz nicht nur Ziel, sondern Teil eines sehr schönen Tagesausflugs.
Gut kombinieren lassen sich zum Beispiel:
- Funchal, Monte und Botanische Gärten an einem entspannten Stadttag
- Câmara de Lobos, Cabo Girão und Südküste für kurze Wege und weite Blicke
- Santana, Ribeiro Frio und Nordküste für grüne Landschaften und Bergluft
- Porto Moniz und die Westküste für Lavabecken, Klippen und Atlantikstimmung
Levada-Wege und grüne Täler
Madeira ist berühmt für Levadas, die alten Wasserkanäle. Entlang vieler Levadas verlaufen Wanderwege durch Wälder, Täler und Hanglandschaften. Sie gehören zu den eindrücklichsten Erfahrungen auf der Insel.
Rabaçal und die Wasserfälle
Rabaçal ist ein beliebtes Wandergebiet im Westen. Besonders bekannt sind Touren zu Wasserfällen und Quellen. Die Wege führen durch feuchte, grüne Landschaften, die fast märchenhaft wirken können.
Je nach Wetter und Saison kann es voll werden. Feste Schuhe sind sinnvoll, da Steine rutschig sein können. Wer Natur liebt, versteht hier schnell, warum Madeira als Wanderinsel gilt.
Ribeiro Frio und der Lorbeerwald
Ribeiro Frio liegt im Inselinneren und ist ein guter Ausgangspunkt für kürzere Spaziergänge. Die Umgebung ist geprägt vom Lorbeerwald, der für Madeira besonders charakteristisch ist. Nebel, Moos und alte Bäume schaffen eine stille Atmosphäre.
Ein bekannter kurzer Weg führt zum Aussichtspunkt Balcões. Von dort öffnet sich bei klarer Sicht ein weiter Blick auf Berge und Täler.
Praktische Orientierung: Welche Orte passen zu welchem Reisetyp?
Nicht jeder Ort passt zu jeder Reise gleich gut. Wer zum ersten Mal auf Madeira ist, sollte Funchal, Monte, Cabo Girão, einen Bergpunkt wie Pico do Arieiro und mindestens einen Ort an der Nordküste einplanen. So entsteht ein ausgewogenes Bild.
Für Wanderfreunde sind Rabaçal, Ribeiro Frio, Ponta de São Lourenço und der Bereich um die zentralen Gipfel besonders interessant. Wer lieber gemütlich reist, findet in Funchal, Câmara de Lobos, Santana und Porto Moniz viele Eindrücke ohne lange Touren.
Familien profitieren von kurzen Etappen und gut erreichbaren Aussichtspunkten. Paare mögen oft die Mischung aus Altstadt, Gärten und Sonnenuntergang an der Küste. Für Fotografie sind fast alle genannten Orte reizvoll, doch Licht und Wetter entscheiden stark über die Stimmung.
Häufig gestellte Fragen
Wie viele Tage braucht man, um die wichtigsten Orte auf Madeira zu sehen?
Für die wichtigsten Orte sind fünf bis sieben Tage angenehm. Dann bleibt genug Zeit für Funchal, mehrere Küstenabschnitte, Bergblicke und mindestens eine Wanderung.
Ist Funchal ein guter Ausgangspunkt für Ausflüge?
Ja, Funchal ist sehr praktisch, weil viele Straßenverbindungen dort zusammenlaufen. Außerdem bietet die Stadt Restaurants, Unterkünfte, Promenaden und kurze Wege zu Monte.
Welche Orte eignen sich besonders für eine erste Madeira-Reise?
Für die erste Reise empfehlen sich Funchal, Monte, Cabo Girão, Pico do Arieiro, Câmara de Lobos, Santana und Porto Moniz. Diese Mischung zeigt Stadt, Berge, Küste und Tradition.
Kann man Madeira ohne Mietwagen gut entdecken?
Ein Teil der Insel ist mit Bussen, geführten Ausflügen oder Transfers erreichbar. Ein Mietwagen macht abgelegene Aussichtspunkte und flexible Tagespläne jedoch deutlich einfacher.
Welche Jahreszeit ist für Sehenswürdigkeiten auf Madeira ideal?
Madeira ist grundsätzlich ganzjährig reizvoll. Frühling und Herbst sind besonders angenehm für Ausflüge, weil Temperaturen meist mild sind und die Landschaft sehr lebendig wirkt.







